Kaffee-Konsum und Umwelt

Wissenswertes

Unser Kaffee-Konsum hat in vielen Bereichen Auswirkungen auf unsere Umwelt. Dies betrifft zuerst einmal den Anbau. Traditionell wurde Kaffee im Schatten großer Bäume angebaut. Dieser schonende Anbau erfolgte ohne größere Eingriffe in den natürlichen Lebensraum. Die Artenvielfalt war entsprechend hoch.
Bei dieser Anbauform findet man pro Hektar jedoch weniger Kaffeepflanzen als auf den Flächen mit industriellem Anbau. Zudem ist die Reifezeit des traditionell angebauten Kaffees länger, da er im Schatten wächst.
Fallende Weltmarktpreise zwangen viele Kaffeebauern zu industriellem Anbau. Hierfür wurden  die Bäume gerodet und die Kaffeepflanzen werden nun in großen Monokulturen unter freiem Himmel angebaut. Das Gleichgewicht von Schädlingen und Nützlingen gerät bei dieser Anbauform aus der Balance. Dies versucht man durch den Einsatz von Pestiziden auszugleichen.

Oft weisen Länder mit Kaffee-Anbau auch eine hohe Rate von Entwaldung auf. Die Folge hiervon ist ein deutlicher Rückgang der Artenvielfalt in diesen Gebieten. Bei den Vögeln beträgt der Rückgang bis zu 90 %. Weitere Folgen des industriellen Kaffee-Anbaus sind Bodenerosionen und abnehmende Wasserqualität durch den Pestizid-Einsatz.

Bei den Folgen für die Umwelt schneidet der ökologische Landbau deutlich besser ab. Der Einsatz von Pestiziden ist verboten und es gibt Maßnahmen zur Verhinderung der Bodenerosion. Zudem ist das Einkommen der Kaffee-Bauern stabiler.

Virtueller Wasserverbrauch

Als virtuelles Wasser wird der gesamte Verbrauch an Süßwasser bezeichnet, der zur Produktion einer Ware benötigt wird.

Jede Tasse Kaffee, die wir trinken verbraucht 140 Liter Wasser. Für die Herstellung von 1 kg Röstkaffee sind es demnach 21.000 l Wasser.
Allein um den weltweiten Kaffee-Durst zu stillen sind jährlich 120 Mrd. m³ Wasser erforderlich! Dies entspricht ungefähr dem 1,5 fachen der Wassermenge, die jährlich durch den Rhein fließt. Eine unfassbar große Menge!

Im Vergleich dazu werden für eine Tasse Tee (0,25 l) gerade mal 30 l Wasser benötigt.

Kaffeekapseln

8000 Tonnen Verpackungsabfall hinterlassen wir Deutschen der Umwelt jedes Jahr, alleine durch unseren täglichen Kapsel-Kaffee.
Dies waren im Jahr 2016 sage und schreibe 3,1 Mrd. Kaffee-Kapseln! Zur Herstellung müssen ca. 31.000 Tonnen Aluminium aus Bauxit hergestellt werden. Hierbei entsteht giftiger Rotschlamm, der die umliegenden Gewässer der Bauxit-Abbaugebiete verseucht. Die bekannteste Umweltkatastrophe hierzu ist der Dammbruch eines oberirdischen Lagerbeckens einer ungarischen Aluminiumhütte im Jahr 2010. Dabei überschwemmten ca. 600.000 – 1.100.000 m³ ätzender, schwermetallhaltiger Rotschlamm eine Landfläche von ca. 40 km².
Bei der Produktion der Kaffee-Kapseln entsteht zudem CO². Für die Produktion der in 2016 benötigten Menge an Kapseln waren das immerhin 25.000 Tonnen CO², die in unsere Atmosphäre geblasen wurden.

Auch der „Grüne Punkt“ kann unser ökologisches Gewissen hier nicht beruhigen.  Selbst wenn die Kapseln von uns Verbrauchern richtig entsorgt werden (was nicht der Fall ist), eignet sich das alte Aluminium nicht zur Herstellung neuer Kapseln. Es würde sich bei den hohen Temperaturen in der Kaffeemaschine verformen. Aus den Kapseln lassen sich beim Recycling nur noch minderwertigere Produkte herstellen.

Coffee-to-go

Jährlich landen in Deutschland 2,8 Mrd. Einwegbecher auf dem Müll. Dazu zählen Becher aus reinem Plastik, wie sie von Automaten ausgegeben werden und Pappbecher.
Alleine die Pappbecher machen jährlich rund 1,7 Mrd. Stück aus. Auch wenn sich „Pappbecher“ erst einmal recht umweltfreundlich anhört, sieht die Realität leider anders aus. Diese Becher werden kaum recycelt, das sie meist im Mülleimer auf der Straße oder im Büro landen und mit dem Restmüll verbrannt werden.
Auch im Papiermüll sind sie ein Problem. Damit die Becher nicht so schnell aufweichen (denn das sollen sie ja nicht) sind sie mit einer dünnen Kunststofffolie beschichtet. Dadurch weicht der Pappbecher im Recyclingprozess nicht so leicht auf wie andere Pappe und muss von den Anlagen als „Störstoff“ aussortiert werden. Die Becher landen auch hier am Ende in der Verbrennungsanlage.

Quellenangaben:

http://www.wikipedia.de
http://www.virtuelles-Wasser.de (Angaben zum virtuellen Wasserverbrauch)
http://www.quarks.de (Müllmenge und Recycling von Kaffee-Kapseln und Einwegbechern)